Monopoli, Monopoli.
Wir sind nur die Randfiguren
in einem schlechten Spiel.
Monopoli, Monopoli.
Und die Herren der Schlossallee
verlangen viel zu viel.
Ein Straßenschild auf der Fahrt von Weyarn in den Valleyer Ortsteil Unterdarching weckt die Erinnerung an dieses Lied aus meiner Kindheit. Neben einem Schloss, in dem übrigens exzellentes Bier gebraut wird, hat Valley nämlich standesgemäß auch die dazugehörige Allee. Die Schlossallee zweigt von der Kreisstraße MB3 ab und führt geradewegs zum Herrschaftsgebäude, das neben der Brauerei auch ein Kultur- und Orgelzentrum beherbergt.
Lange nach der großen Zeit der Orgelmusik, anno 1984, veröffentlichte der Deutschrocker Klaus Lage das durchaus sozialkritische Monopoli* mit dem eingangs zitierten Text als Refrain. Der gute Klaus, quasi die hemdsärmelige, rockkompatible B(art)-B(auch)-B(rille)-Version eines Liedermachers wie Reinhard Mey, bewies somit schon vor dreißig Jahren visionäres Gespür für die Zustände der kommenden Jahrzehnte. 2015, im Jahr des G7-Gipfels von Elmau und bei weiter steigenden Mietpreisen in unserer Region, ist der Text von erschreckender Aktualität.
Ich persönlich habe das „schlechte Spiel“ schon seit Jahren nicht mehr gespielt, die Realität ist mir persönlich „monopolesk“ genug geworden.
*Die alternative Schreibweise beruhte wohl auf der Sorge vor einer Urheberrechtsklage: bereits seit 1935 ist Monopoly eingetragenes Warenzeichen des US-amerikanischen Spieleverlags Parker.
J. Furtwängler
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