"Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah."

Johann Wolfgang von Goethe, "Erinnerung"

Pumpin‘ (A)iron: Blackburn Airtower I

Gepostet von am Jun 29, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Die Luft ist raus - meine Standpumpe pfeift buchstäblich aus dem letzten Loch. Nach 15 Jahren ist der Schlauch löchrig und porös, und ein Ersatzschlauch ist deutlich teurer als eine Handvoll Dollar.

Der schlüge nämlich mit knapp dreizehn Euro zu Buche, circa ein Drittel der Summe, die ich für eine aktuelle Standpumpe der Mittelklasse aufzuwenden hätte. Eine gute Gelegenheit für eine Neuanschaffung, wie es scheint.

Die Joe Blow Sport von Topeak, die ich um die Jahrtausendwende bei Karstadt Sport am Münchener Stachus gekauft habe, glänzte mit Rohr und Standfuss aus Metall und gibt die Richtung bei der Beschaffung eines adäquaten Ersatzes vor. Beim Sichten verschiedener Modelle der Platzhirsche SKS und Topeak springt mir, unter ferner liefen, auch der Airtower I des US-amerikanischen Herstellers Blackburn ins Auge. Zwar ist hier nur das Rohr aus Metall, der Standfuß dagegen aus Kunststoff. Ein phänomenaler Straßenpreis um zwanzig Euro (UVP 29,95€) spricht aber für sich: Musst Du, Preis, den immer das letzte Wort haben? Der Kauf ist reine Formsache…

Nicht nur auf dem Papier, auch in Natura überzeugt der Luftturm: die Pumpe ist solide verarbeitet und steht mit beiden einem Beinen aus fest auf dem Boden.

Im Gegensatz zum nächst höheren Modell Airtower II mit einem maximalen Druck von 11 Bar/160 PSI erreicht das Einstiegsmodell laut Herstellerangaben 8 Bar/140 PSI; etwas irreführend ist hierbei der Umstand, dass Blackburn augenscheinlich eine einheitliche Beschriftung nutzt, und somit auch die Skala des Airtower I bis 11 Bar bzw. 160 PSI reicht. Auch auf das optisch sehr ansprechend im Standfuß eingefasste Manometer der höherwertigen Modelle muss der Einsteiger verzichten, was der Funktion aber natürlich keinen Abbruch tut.

Blackburn verwirft den von anderen Herstellern gewohnten Schrader/Presta-Januskopf und setzt auf das Anyvalve-System: ein im Pumpenkopf integrierter Gummiring umschließt das Ventil und wird mittels Verriegelungshebel arretiert, um ein Entweichen der Luft zu verhindern. Klingt gut, aber wie schlägt sich das System in der Praxis?

Es wird nicht zuviel versprochen: Der Pumpenkopf hat, in meinem Fall, sowohl ein Presta- als auch ein Schraderventil fest im Griff. Die Luft landet da, wo sie hin soll- im Pneu. Kein verräterisches Zischen, dass den Airtower als falsche Schlange entlarvt. Es bleibt zu hoffen, dass sich Anyvalve nach Jahren genug Biss bewahrt, um auch später noch kraftvoll zubeissen zu können. Das Lungenvolumen des Athleten wäre dagegen schon in jungen Jahren ausbaufähig; so braucht es rund zwei Dutzend Hübe, um einen 29″-Reifen auf 2,5 Bar zu bringen.

Eine Ballnadel und ein Aufsatz für Dunlopventile finden sich - kluges Detail am Rande - geschützt vor äußeren Einflüssen in einer Miniaturschublade im Griff der Standpumpe.

Nettes Gimmick: die Unterteilung des Manometers in Druckbereiche für Mountainbike, „Hybrid“- und Rennrad. Sicherlich kein Must-have, der Otto-Normal-User einer Standpumpe wird wissen, wie er seinen Reifen zu befüllen hat. Soviel Detailreichtum lässt den Airtower aber aus der grauen Masse an Modellen hervorstechen.

Fazit

Der Airtower I ist eine grundsolide Standpumpe für wenig Geld. Straßenpreise um zwanzig Euro können auch in puncto Kosten mit den Artgenossen von Discounter und Kaffeerösterei konkurrieren.

Mit der Möglichkeit, alle gängigen Ventilarten zu bedienen und Dank beiliegender Ballnadel ist der Airtower I das Mittel der Wahl für preisbewusste Radfahrer und Eltern, die dem Nachwuchs auch mal Fuß- oder Hüpfball aufpumpen müssen. Einziges Manko: die Pumpe ist recht schwach auf der Brust und kann großvolumiges Befüllen so zu einer schweißtreibenden Angelegenheit machen. Liebe zum Detail beweist Blackburn mit Durchdachtem und Spielereien, wie den im Griff versteckten Adaptern oder der oben erwähnten Manometerbeschriftung. Damit meistert der Airtower I nach der Pflicht auch die Kür und erhält von mir eine klare Kaufempfehlung.

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Test: Zefál Skin Armor

Gepostet von am Jun 28, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

„Wer sein Rad liebt, der schiebt“ war gestern. Heute schützt mann sein bestes Stück mit einer Schicht Kunststoff.

Die Rahmenschutzfolie Skin Armor des französischen Ausrüsters Zefál panzert Euer Rad zwar trotz martialischer Namensgebung nicht für eine Irak-Rundfahrt, soll neuralgische Stellen aber vor alltäglichen Malheuren wie streifenden Ästen, Steinschlag oder Parkremplern schützen.

Das von mir erworbene und hier vorgestellte L(arge)-Set beinhaltet 14 Patches aus dem Kunststoff Polyurethan. Sie lassen sich leicht vom Bogen lösen und haften fest am vorher feinsäuberlich gereinigten Rahmen. Das Austarieren erfordert ein gewisses Augenmass, dies liegt aber in der Natur der Sache.

Die Patches sind transparent und trotz vertrauenerweckender Dicke (die vom Hersteller mit 250 Mikrometern angegeben ist; wer nachmessen möchte, möge das bitte tun) nur bei genauem Hinsehen und/oder direkter Lichteinwirkung zu sehen. Voraussetzung ist das nötige Quäntchen Geschick, die Folie frei von unschönen Luftbläschen aufzukleben.

I’m the invisible man: Skin Armor ist nur bei genauem Hinsehen erkennbar.

Auf Zefáls Versprechen bezüglich Widerstandsfähig- und Beständigkeit werde ich seriös erst nach langfristiger Nutzung eingehen. Fürs erste sei gesagt, dass die Patches eine Fahrradwäsche nach dem Aufkleben folgenlos überstanden.

Wie bereits angedeutet, gibt es Skin Armor als 14-teiliges L(arge)- oder 12-teiliges M(edium)-Set. Details und nähere Informationen findet Ihr unter den in obiger Zeile hinterlegten Links.

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A wieselhaarige G’schicht…

Gepostet von am Jun 25, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Wieselhaarig sind nicht nur mitunter Pinsel, sondern auch alles was auf Messers Schneide steht.

wieslhaarige Aufhängung des Schwerts." data-recalc-dims="1"/>

Damokles ist bestürzt über die wieslhaarige Aufhängung des Schwerts.

Eine weitere ikonische Entsprechung im Hochdeutschen ist der sprichwörtliche seidene Faden.

Als wieselhaarig kann alles bezeichnet werden, was riskant, gerade-noch-so-funktionierend oder auch an der Grenze der Legalität ist.

Schon im vierten Jahrhundert v. Chr. zeigte sich Damokles bestürzt über die wieselhaarige Aufhängung eines Schwertes über dem Thron des Tyrannen Dionysios. Obwohl die Klinge vom Haar eines ungleich größeren Säugers gehalten wurde (es handelte sich um ein Rosshaar), zog es Damokles vor, den Herrscherstuhl schleunigst zu verlassen.

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Schonzeit

Gepostet von am Jun 24, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Einen veritablen Jagderfolg erzielte dieser Biker, wenngleich auch mit eher ungewöhnlichen Mitteln:

Ob und wie Meister Lampe das unglückliche Beisammensein überlebte, ist nicht bekannt.

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Da Greafeichtl

Gepostet von am Jun 21, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Der Greafeichtl ist aus der Gattung der gnadenlosen Anfänger. Artverwandt ist er mit dem neudeutschen Noob oder Newbie und dem angelsächsischen Rookie.

Wäre die Hamburger Hip-Hop-Combo Beginner (früher bekannt als Absolute Beginner(s)) aus dem oberbayerischen Rosenheim, so hätten sie sich wohl D‘ Greafeichtl’n genannt.

Ob der Greafeichtl grün und feucht oder hinter einem Ohr grün und hinter dem anderen feucht ist, ist nicht bekannt.

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Retrospektive - Scott G-Zero FX2 (1999)

Gepostet von am Jun 21, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Das FX2 aus der G-Zero Serie des - damals noch amerikanischen - Herstellers Scott war anno 1999 mein Einstieg in den Mountainbike-Kosmos.

Ein relativ schweres Fully, dessen Hinterbau mit einer für heutige Verhältnisse veralteten Eingelenker-Konstruktion, ähnlich der eines Motorrades, gedämpft wurde. Doch wo Schatten ist, muss auch Licht sein - die einfacherer Bauweise bot im Gegensatz zu den schon damals erhältlichen Viergelenkern der High-Tech-Bikeschmieden einen klaren preislichen Vorteil. Einen entscheidenden Vorteil, wenn man gerade von der Schule geflogen ist und die Wartezeit bis zum Ausbildungsbeginn mit dem Auffüllen von Hotelminibars überbrückt.

Nach einem Jahr ließ ich die doch sehr zögerlich ansprechende Federgabel RST Gamma EL gegen eine RockShox Psylo tauschen, die Scott V-Brakes wurden gegen die legendären HS33 von Magura - damals State of the art im Bereich der hydraulischen Felgenbremsen - gewechselt. In den Farben rot und neongelb erhältlich, fügte sich das Rot mit den dazu passenden Brakeboostern gut in das optische Gesamtkonzept ein. Scheibenbremsen waren - als Exkurs für die Frischlinge unter Euch - damals, um die Jahrtausendwende, beinahe ausschließlich im Profibereich und bei MTB-Enthusiasten mit dem nötigen Kleingeld vertreten. The times, they are changin’…

Das Scott G-Zero FX2 war eine eierlegende Wollmilchsau. Dank seiner robusten Konstruktion ermöglichte es rasante Abfahrten und bot am Berg dennoch eine passable Steigleistung. Sein vollgefedertes Fahrwerk bewies viel Barmherzigkeit und verzieh gerade Greanfeichtl’n wie mir manchen Fehler. Einige Dinge bleiben allerdings auch in der Mensch/Bike-Beziehung unverzeihlich, und so führte im Sommer ’02 ein Verbremser in einer verschmutzten Kurve meiner Hausstrecke zum Sturz. Den Highsider mit anschliessendem Überschlag, pikanterweise ohne Helm, überstand ich mit leicht lädiertem Finger.

Das Scott G-Zero FX2, nach der Aufrüstung mit RockShox Psylo Federgabel und hydraulischer Magura HS33 Felgenbremse. Das Bild entstand für den Verkauf bei eBay, zu diesem Zweck wurden die Klickpedale vom Typ Shimano M515 demontiert und mit Standardpedalen ersetzt.

Von Angesicht zu Angesicht: die Psylo von RockShox. Sie bestach neben ihrem robusten Äußerem und hochwertiger Verarbeitung nicht zuletzt durch ihre Optik in schlichtem, aber elegantem Silber.

Ein schöner Rücken kann auch entzücken: besonders gut zu erkennen sind hier der DNM-Stahlfederdämpfer und der markante Brakebooster der Magura HS33.

Im Sommer des Jahres 2005 löste ich mit dem Cube Ltd 5, einem XC-lastigen Hardtail, das altgediente Schlachtross G-Zero FX2 ab. Es erzielte beim Verkauf via Ebay immerhin noch einen respektablen Erlös von 525€. Abzüglich von Angebotsgebühr und Verkaufsprovision amortisierte sich somit der Kaufpreis für das Cube in Höhe von 500€ größtenteils.

Nie wieder danach sollte ich über einen Zeitraum von sechs Jahren an ein und demselben Rad festhalten.

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