"Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah."

Johann Wolfgang von Goethe, "Erinnerung"

Winter is coming

Gepostet von am Jan 29, 2016 in Allgemein | Keine Kommentare

Anders als auf George R. R. Martins imaginärem Kontinent Westeros naht der Winter in Südbayern nicht nur, er ist schon da: die dritte Kalenderwoche des Jahres 2016 beschert uns Eis & Schnee bei Minusgraden im einstelligen Bereich.

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Der Bayrischzeller Höhenweg

Gepostet von am Jan 21, 2016 in Allgemein | Keine Kommentare

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer.“ diese Redewendung eines Herrn mit Hornbrille und Synthetikanzug brachte schon einen ganzen Staat zu Fall. Doch jetzt, wo der Winter uns fest im Griff hat und alles unter Eis und Schnee liegt, besinnt sich auch Föhnsturm auf die gute, alte - und vor allem warme - Zeit Ende August 2015.

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Der „Würger“ von Aibling

Gepostet von am Jan 14, 2016 in Allgemein | Keine Kommentare

Nein, dies ist kein Beitrag über den Kuraufenthalt von Krimi-Ikone Edgar Wallace im ältesten Moorbad Bayerns. Vielmehr besinne ich mich einmal mehr auf die bekannteste Sehenswürdigkeit meiner Heimatstadt Bad Aibling: das Gelände der ehemaligen Abhörstation, auch liebevoll Edward Snowden-Gedächtnisstätte genannt.

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Bombodrom

Gepostet von am Jan 7, 2016 in Allgemein | Keine Kommentare

Dienstag, 22. Dezember 2015: Schleier- statt Schneewolken, so präsentiert sich das Wetter zwei Tage vor Heiligabend. Eine Laune führt mich ins Feilnbacher Land, den Vorhof des Inntals: in der „Sterntaler Filze“, einem renaturierten Teil des Derndorfer Moos, trachte ich danach, meine Fertigkeiten in der Disziplin der HDR-Fotografie zu verbessern.

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Chinese Democracy

Gepostet von am Dez 30, 2015 in Allgemein | 1 Kommentar

Bis vor Kurzem konnte ich mir ein schlimmeres Geschenk als Socken schwerlich vorstellen. Das diesjährige Weihnachtsfest belehrt mich eines Besseren: ich werde mit einem chinesischen Outdoor-Paket beschenkt. Es ist süß-saures Mitbringsel eines weit gereisten Kompagnons aus der chinesischen Hauptstadt.

Als ich voller Vorfreude das weihnachtliche Geschenkpapier aufreiße, offenbart sich bereits der bizarrste Artikel des chinesischen Survival-Paketes: zwei als Men and women’s (sic!) light raincoat angepriesene, rosarote Ganzkörperkondome mit der Konsistenz dünner Plastiktüten. Ich bilde mir ein, sowas schon mal in Ridley Scotts Blade Runner gesehen zu haben - sicher bin ich mir aber nicht. By the way: ob das Regencape dem sauren Regen einer dystopischen Megametropole standhält? Andererseits: in welcher Megametropole ließe sich das besser feststellen als in Peking?

Made in China.

Über dem Schriftzug der Tian Fa plastic industry lächelt mich eine junge Dame mit Schulmädchen-Charme an, stilecht auf einem Hollandrad. Flankiert wird sie von einem konfus dreinblickenden männlichen Konterpart, Typ Kommunistischer Jugendverband Chinas. Die über seinen Kopf gestülpte spitze Kapuze lässt die Sieben Berge im Hintergrund vermissen. Und seine Hornbrille ist zwar hoffnungslos veraltet, aber im Zeitalter der Hipster macht der Kerl damit nichts verkehrt.
An den beiden fernöstlichen Protagonisten machen die Regencapes eine erstaunlich gute Figur; sie wirken fast wie in Bademäntel gewandet. Ich allerdings sehe darin aus wie eine prall gefüllte Supermarkt-Einkaufstüte.

Es scheint, als seien die Artikel aus dem Set auch sonst eher für chinesische Zustände maßgeschneidert: zwei blau blinkend-leuchtende LED-Bänder, um im dichten Smog der Metropole nicht über den Haufen gefahren zu werden. Ein Notzelt und zwei Rettungsdecken als Unterkunft für den chinesischen Wanderarbeiter. Nur der Mundschutz fehlt.

Notzelt und Rettungsdecken verschwinden vor Bergtouren als Backup im Rucksack.
Spätestens seit Sean Connery 1983 zum siebten und letzten Mal James Bond verkörperte, wissen wir: sag niemals nie. Aber in der rosaroten Regenhaut werdet ihr mich niemals antreffen. Gar nie nicht.

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Das Matterhorn

Gepostet von am Dez 18, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Auch am 3. Advent macht Frau Holle keine Anstalten, die Betten auszuschütteln. Statt zum Schlittenfahren geht es mit den Kindern - wie das übrige Jahr auch - auf den Spielplatz.

Neben einem Klettergerüst, einer Hängebrücke und einer Seilbahn macht die Hauptattraktion des Spielplatzes ihrem Namen alle Ehre: das „Matterhorn“ ist ein vier Meter hoher Gipfel aus witterungsbeständigem Kunststoff. Zwar wird es aufgrund des Schwierigkeitsfaktors erst gegen Ende des Besuchs attraktiv, dann aber schlagartig für beide Sprösslinge gleichzeitig. Schon für ein Kind wird es eng auf der Bergnachbildung, bei Zweien beginnt das Hauen und Stechen: man steigt sich gegenseitig auf die Finger und versucht, den jeweils anderen von der Bergflanke abzudrängen. Ich habe wahrlich schon so manchen Gipfel erklommen; eine Konkurrenz, wie sie unter den Kindern herrscht, habe ich zwischen den Seilschaften nie erlebt. Obwohl sich die Temperaturen im niedrigen zweistelligen Bereich bewegen, scheint ihnen die Hitze zu Kopf zu steigen. Auch abseits des Berges wird nun getreten und gestoßen.

Zeter und Mordio plärrend geht es zurück nach Hause. Getrennt wie die Anhänger zweier gegnerischer Fußballmannschaften geleiten wir die Kids heim. Zuhause angekommen, stampfen sie wie eine Herde Elefanten trotzig die Treppe hinauf. Bumm. Bumm. Das dumpfe Knallen zweier Zimmertüren.
Glücklicherweise bietet unser trautes Heim jedem der Kinder sein eigenes Zimmer. Doch was, wenn finanzielle oder räumliche Gegebenheiten dies verhindern? Seit Jahren steigende Immobilienpreise machen es Familien schwer bis unmöglich, zwei oder mehr Kindern eigene Zimmer bereitzustellen. Hat das Fehlen eines Rückzugsraumes wirklich so schwerwiegende Konsequenzen für den Nachwuchs, wie es in unserer individualistischen Gesellschaft immer behauptet wird? Teils, teils, so lautet die Antwort in einem ausführlichen Dossier des Portals Immowelt. Tatsächlich hängt die Großwetterlage in einem geschwisterlich geteilten Zimmer vor allem von Alter und Geschlecht ab, wie Immowelt schreibt.

Allem Pro und Contra zum Trotz, sollten (angehende) Eltern diesbezüglich einen kühlen Kopf bewahren. Schließlich meisterten schon frühere Generationen diese Frage spielend, und machten aus der vermeintlichen Not eine Tugend.

 

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Ein Fall für zwei

Gepostet von am Dez 12, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Ein fjordartiger Stausee ist der Sylvensteinspeicher im Karwendelgebiet. Eng verknüpft mit der Geschichte des Sees ist das Dorf Fall, das den Schriftsteller Ludwig Ganghofer zu seiner Erzählung Der Jäger von Fall inspirierte.

Die heutigen Häuser sind allerdings nicht identisch mit dem Ort, dem Ganghofer 1883 ein literarisches Denkmal setzte; sondern Nachfahren einer buchstäblich untergegangenen Siedlung. 1959 - drei Jahre nach der vierten Verfilmung und 15 Jahre, bevor „Der Jäger von Fall“ ein weiteres Mal als Heimatschmonzette recycelt wurde - opferte die bayerische Staatsregierung das Dorf Fall dem technischen Fortschritt. Weichen musste es dem Sylvensteinspeicher, der das Isartal vor Hochwasser abschotten und - als angenehmen Nebeneffekt - jenen Ökostrom liefern sollte, der heute wieder in aller Munde ist. Eigentlich eine Win-Win-Situation, wären da nicht die 33 Einwohner von Fall gewesen. Sie wurden größtenteils nach Neu-Fall umgesiedelt: eine am Reißbrett geplante Retortensiedlung, eigens dafür errichtet, den Vertriebenen eine neue Heimat zu bieten. Bis auf seine Umgebung und ein Hotel, das - wie sollte es anders sein - ebenfalls „Jäger von Fall“ heißt und dazu passend in der Ludwig-Ganghofer-Straße steht, hat das neue Fall zumindest Auswärtigen nicht viel zu bieten.

Das alte Fall taucht alle Jahr(z)e(hnte) wieder aus den Fluten auf. Nämlich immer dann, wenn an einem der beiden Ablaufstollen des Sylvensteinspeichers Arbeiten anstehen. Im Dezember 2015 ist es wieder soweit.

Sonnig und wolkenlos ist der siebte Dezember, typisch ist für diesen viel zu warmen Herbst 2015.
Der Parkplatz am Nordufer des Sees ist voll. Auch die Straße hinter der Brücke ist beiderseits von Autos gesäumt, die Brücke wiederum von deren Insassen: (ältere) Ehepaare, Familien mit Kindern, Rentner, Hipster und Outdoor-Enthusiasten sind unterwegs. Es herrscht Eventstimmung: hätte ich im vorigen Absatz geschrieben, das alte Fall tauche nur alle JUBELjahre wieder auf - angesichts der Menschenmenge könnte man es wörtlich nehmen.
Unter den Parkenden sind auch der Transporter einer Filmproduktion und ein Kombi von Sat 1 Bayern. Die Geschichte von Fall scheint allenthalben auf Interesse zu stoßen. Prompt schraubt sich ein neumodisches Plastikinsekt steil in den Himmel, als ich von der Westseite der Brücke aus Fotos mache. Die Aufnahmen des Drohnenpiloten findet ihr hier.

Ungewohnter Auflauf: die Brücke über den Sylvensteinspeicher am 7. Dezember 2015.

Mit Smartphone, Kompakt- oder Spiegelreflexkamera wird die Szenerie auf Chip gebannt; dabei dürfte sie jedem Nordseeurlauber seltsam vertraut vorkommen. Das Wasser hat sich zurückgezogen, in teichgroßen Pfützen glitzern die Sonnenstrahlen. Die Mutigeren begeben sich jenseits der Brücke auf „Wattwanderung“ durch den schmatzenden Batz. Die Aussicht auf eine Schlammschlacht im Fußraum meines Autos und eine ausgiebige Schuhputzorgie erscheint mir jedoch wenig einladend.
Der verlandete See ähnelt nicht bloß optisch dem norddeutschen Wattenmeer bei Ebbe. Über dem Becken liegt ein modderiger Geruch. Im Hochsommer wäre der Gestank wohl unerträglich.

Schatzsucher unterwegs.

Befremdlich wirken die Reste zweier Rampen - mutmaßlich die Tennenbrücken eines Bauernhofes - und offensichtliche Grundmauern und Fundamente, die sich im Brachland abzeichnen: die Reste des alten Fall. Die Urban Legend vom Kirchturm, der bei Niedrigwasser emporragt, wird allerdings widerlegt. Dank tausendfach bei Facebook, Instagram und Twitter geteilter Bilder wohl endgültig.

Reste zweier Tennenbrücken…

…sowie Fundamente und Grundmauern sind erkennbar.

Nicht umsonst wird die Gegend um den Sylvensteinsee auch „Bayrisch‘ Kanada“ genannt: Blick auf Lerchkogel und östliches Torjoch.

Im Westen reicht der Blick über die Schöttelkarspitze bis zum Berg Daniel in den Ammergauer Alpen.

Ein Floß auf Halde?

Ein buntes Potpourri an Menschen ist rund um die Sylvensteinbrücke auf den Beinen.

An diesem Brückenpfeiler sind Franziska(?) und Leonhard(?) verewigt.

Da das Thema derzeit ein großes Echo in den Medien findet, spare ich mir an dieser Stelle weitere Ausführungen und verweise stattdessen auf die Artikel anderer Medien:

Informationen:

Der See wird „erst“ 2016 wieder aufgestaut. Ihr habt also noch einige Wochen Zeit, Euch das Spektakel anzusehen.

Anfahrt:

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