Johann Wolfgang von Goethe, "Erinnerung"
Wie die Faust auf’s Auge passt dieses Bild aus dem Juni ’15 zur derzeitigen Wetterlage.
Es entstand unterhalb der 754 Meter hohen Irschenberger Aussicht als Hommage an die Schlierseer Fotografin Barbara Maurer, die dem unscheinbaren Irschenberg ein ganzes Kapitel ihres 2013 erschienenen Bildbandes „Kraftort Alpen“ widmete. Maurer legte dabei den Fokus auf den Ort als solches. Das Panorama, welches der „Rigi Irschenberg“ von seiner Kanzel bietet und das ansonsten die Illustrationen beherrscht, blendete sie völlig aus.
Den Erfolg des Bildbandes, begleitetet von Texten des „Paradealpinisten“-Ehepaares Rosi Mittermeier und Christian Neureuther, erlebte Maurer nicht mehr - sie erlag mit nur 49 Jahren im Dezemeber ’12 einem plötzlichen Herzversagen.
Einen Eindruck verschaffen von Barbara Maurers Fotos könnt Ihr Euch auf Kraftort ALPEN.
Mein Foto entstand übrigens im HDR-Modus der Sony Alpha 5000. Die Systemkamera nimmt beim Auslösen ein unterbelichtetes, ein normal belichtetes und ein überbelichtetes Bild auf, kombiniert die drei Aufnahmen zu einem dynamisch belichteten Foto und speichert es im JPEG-Format. Natürlich kein Vergleich zu den erzielbaren Resultaten mit HDR-Apps wie Aurora HDR und Photomatix, aber auch ohne nachträgliche Bearbeitung ansehnlich.
MehrWie auf dem sprichwörtlichen Silbertablett präsentiert uns der Seehamer See diese dunkle Geschichte auf seiner spiegelnden Oberfläche.
MehrUnsere heutige Tour führt uns in die Felder hinter Oabling; die besang schon das Aiblinger Multitalent Werner Schmidbauer in einer Coverversion des Sting-Klassikers Fields of gold.
MehrEin gutes Dutzend Mal fuhr ich nun schon an dem steinernen Marterl vorbei, das sich an einer Weggabelung der Straße von Kleinseeham nach Bruck neben einem Baum in die Böschung duckt. Graviert in das halbhohe Kreuz sind die Buchstaben HH und die Jahreszahl 1648. Wie ich später erst erfahre, sind es Initialen und Sterbejahr des bedauernswerten Bauern Johannes ‚Hans‘ Hager, die mit krakeliger Hand in Stein gemeißelt wurden. Der Hager Hans hatte die Unbill jener Jahrzehnte andauernden Scharmützel, die später als der 30-jährige Krieg in die Geschichte eingehen sollten, überlebt - nur, um im letzten Kriegsjahr von einem Baum zu Tode zu stürzen.
Ihr findet das Marterl des Hans Hager im Weyarner Ortsteil Kleinseeham an der Abzweigung Brucker Straße -> Alte Straße.
Der 1273 Meter hohe Farrenpoint ist zusammen mit seinem Nachbarn, dem Sulzberg, nördlichster Vorposten des Mangfallgebirges. Er ist der „Glöckner von Notre Dame“ unter den umliegenden Bergen - denn sein buckeliges Äußeres täuscht. Zermürbende Steilpassagen über die monotone Waldautobahn, die den halben Weg zum Gipfel ausmacht, fordern Bergwanderern und -radlern einiges ab. Der Abstieg vom Farrenpoint garantiert dem Fußgänger den berühmten Knieschnackler und Mountainbikern den berüchtigten Bremsschwund (oder auch Fading, wie man auf gut bairisch sagt).
Unterhalb des Gipfelkreuz liegt, durch Hänge vor Nord- und Westwinden geschützt, die Huber-Alm. Neben der unbewirtschafteten Almhütte bedeckt der dazugehörige Huber-See eine geringe Fläche des Gipfelplateaus; je nach Jahreszeit sind es mal mehr, mal weniger Quadratmeter. Wegen der Nähe zum Jenbachtal halten manche die Lack (bairisch für Lache, Pfütze, Weiher oder kleinen See) für den Rest des geheimnisvollen Rackasees.
Im Laufe seines Aufenthaltes wird der Autor dieses Beitrags Zeuge einer skurrilen Szene: ein glatzköpfiger Mittvierziger mit Nerdbrille und in dezentem Outdoor-Outfit eilt zielstrebig über das Gipfelplateau; offensichtlich klappert er die diversen Aussichtspunkte ab. Am Gipfelkreuz zückt der Mann ein aufklappbares Lederetui und bannt die berauschende Fernsicht auf den Sensor seines Smartphones. Mit der Ruhe ist es spätestens dann vorbei, als der Fotograf das Smartphone seiner ursprünglichen Bestimmung zuführt und ein Telefonat beginnt: er informiert seinen Gesprächspartner darüber, dass er sich momentan noch auf dem „Eierberg“ (sic!) befinde, aber in einer halben Stunde(!) wieder am Parkplatz sei. Ob er (der Gesprächspartner) ihn dann dort abholen könnte?
Ein Bergradl, mit dessen Hilfe der ominöse Besucher seine Verabredung einhalten könnte, kann der Autor dieser Zeilen beim besten Willen nicht entdecken. Auf dem eineinhalb-stündigen Fußweg zurück nach Bad Feilnbach bleibt ihm aber mehr als genug Zeit, über das Schicksal des mitteilungsbedürftigen Wandersmannes zu sinnieren.
Der Farrenpoint ist gut erschlossen und wird von zahlreichen Forststrassen, Wanderwegen und Steigen angesteuert. Er ist aus dem gesamten Süden der Gemeinde Bad Feilnbach und dem Jenbachtal gut zu erreichen. Die Parkgebühr für ein Tagesticket auf dem Wanderparkplatz am Jenbach in der Wendelsteinstraße beträgt 2,-€. Der Automat nimmt keine Scheine!
MehrDieses Bild wurde aufgenommen an der Wallfahrtskirche St. Marinus und Anianus von Wilparting in der Gemeinde Irschenberg. Es zeigt die Zwiebelspitze der unmittelbar benachbarten Veitskapelle. Der achteckige Sakralbau steht an jener Stelle, wo einst die Eremitage des Missionars Marinus gewesen sein soll. Am 15. November 697 verbrannten marodierende Barbaren den zum Bischof geweihten Eremiten bei lebendigem Leib - Marinus hatte sich standhaft geweigert, ihnen den Weg in bewohnte Gebiete und damit lohnendere Pfründe zu zeigen.
MehrDie dritte Kalenderwoche des Jahres 2016 bescherte uns Eis & Schnee bei moderaten Minustemperaturen. Der Sedlbauer Toni beschreibt rückblickend in gewohnt poetischer Art und Weise seine Eindrücke vom vergangenen Winterwunderland.
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